Eine kurze Geschichte der Heilsteine

Schon seit der Urzeit beschäftigt sich der Mensch mit den gleichen Fragen. Woher kommen wir? Wie ist die Welt entstanden? Wohin gehen wir?

In den Schöpfungsmythen unterschiedlichster Völker und zu verschiedenen Zeiten gibt es jedoch parallele Edelsteinmythen. Ein Beispiel dafür wäre der Quarz. Er spielte im vorkeltischen Großbritannien eine wichtige Rolle bei der Auswahl der richtigen Steine für die heiligen Kreise. Auch im Totenkult und bei der Initiation wurde er häufig verwendet.

Im kontinentalen Westeuropa galt er bei den Druiden als enorm zauberkräftig und bei Diebstahl drohte die Todesstrafe.

Den Schamanen des Semang-Stammes in Malaysia wird er auch heute noch bei der Amtseinführung überreicht. Auch in Australien und Südamerika war Quarz den Medizinmännern vorbehalten, die die „Steine des Lichts“ bei ihrer Arbeit einsetzten und die das „geronnene Licht“ bei der Heilung unterstützte.

Eine weitere aufschlussreiche Erwähnung von Edelsteinen findet sich in der Bibel im Buch Mose. Im Brustschild des Hohenpriesters waren 12 gefasste Steine, welche die 12 Stämme Israels repräsentierten. Josephus von Scythopolis (286 – 356 n. Ch.) deutete die Steine zu „Apostelsteine“ um.

Verschiedene Rezepturen über die Anwendung von Mineralien sind im „Papyrus von Ebers“ zu finden. Nicht nur in Ägypten fanden edle Steine in der Heilkunst Anklang. Vor etwa 5000 Jahren verfasste der Arzt Shen Nung das erste Medizinbuch Chinas, in dem er sich auch mit der Wirkung von Edelsteinen auf den Organismus auseinander setzte.

Einen der ältesten ganzheitlichen Ansätze kennen wir aus Indien. Dieser bezieht sich auf den Energiekreislauf der alle Zellen und Organe mit Lebenskraft versorgt. Diese Energie durchfließt sieben „Knotenpunkte“ die Chakren. Ist auch nur ein Chakra blockiert, kann keine Energie fließen. Heilsteine wurden eingesetzt den Energiekreislauf wieder zu schließen und so das Gleichgewicht des gesamten Organismus mit Körper, Geist und Seele wieder herzustellen.

Durch die Berührung mit Rom drang das Wissen von den geheimnisvollen Kräften der Mineralien zu den Germanen. Entscheidenden Einfluss auf die Verbreitung der heilkundlichen Kenntnisse über Edelsteine nahmen die Bücher von Isidor von Sevilla (560 – 636 n. Ch.) und dem Benediktiner Marbod von Rennes (1035 – 1123 n. Ch.) in dessen kleinem Nachschlagewerk „Liber lapidum seu de gemmis“ 60 Edelsteine und ihre Heilwirkung beschrieben sind. Er empfahl vor allem, die Mineralien zur Krankheitsvorbeugung zu tragen.

Heute wird vor allem die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) mit dem Wissen um die Heilkraft der Steine in Verbindung gebracht. Die später heilig gesprochene Mystikerin glaubte, dass Erkrankungen nicht nur physische, sonder auch psychische und spirituelle Ursachen haben. Sie veröffentlichte im Benediktinerkloster Rupertsberg am Rhein mehrere Schriften zur Wirkungsweise von Edelsteinen unter anderem die „Physika“. Auch der Naturforscher Albert der Große (1198 – 1280), Lehrer von Thomas von Aquin, trug alles zu seiner Zeit verfügbare Wissen über Edelsteine zusammen.

Um die Systematisierung der Heilsteine bemühte sich vor allem Gregorius Agricola (1494 – 1555) dessen Buch „De natura fossilium“ von 1546 als erstes Handbuch der Mineralogie gilt.Viele seiner Zeitgenossen sahen sein Werk zunächst als ketzerisch an und es erfuhr erst später die gebührende Anerkennung.

Tipp für Interessierte

Bild des Buches Lexikon der Steinheilkunde
Viele weitere interessante und lesenswerte Informationen findet man in der Enzyklopädie der Steinheilkunde von Werner Kühni und Walter von Holst. Das Werk ist 552 Seiten stark und reichhaltig illustriert. Wer sich für dieses Thema weitergehend interessiert kommt um diese Enzyklopädie vielleicht nicht herum.

Bei Amazon bestellen*